Rückblick BiblioCon 2026
04.06.2026

114. BiblioCon 2026
© K.I.T. Group GmbH
Am Mittwoch startete der Tag mit dem von Sabine Schumann (Münchner Stadtbibliothek/Schulbibl. Arbeitsstelle) organisierten Hands-on-Lab „Demokratiebildung in Bibliothek und Schule“. Neben Marie Petersohn (ebenfalls Kommissionsmitglied/ Landkreis Elbe-Elster, Thilo Koch Bibliothek Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda) stellten Melissa Reisenauer (Stadtbibliothek Augsburg) und André Engel (Mediothek Boxberg) an verschiedenen Tischen leicht umsetzbare Demokratieprojekte vor:
- Sabine Schumann: CIVIS – das Demokratiespiel
- Marie Petersohn: Juniorwahlen
- Melissa Reisenauer: What the Fake!?
- André Engel: Demokratie erleben
Für das Hands-on-Lab hatten sich ursprünglich 23 Teilnehmende angemeldet, tatsächlich sind ca. 45 Kolleg*innen gekommen, die die Projekte aktiv erleben konnten und diskutiert haben. Die große Beteiligung sowie der interessante und spannende Austausch machen deutlich, dass das Thema „Demokratiebildung“ aufgrund der derzeitigen politischen Lage weiterhin omnipräsent in den Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken ist und immer wieder neue Anregungen zur Umsetzung gesucht werden.
Das darauffolgende Hands-on-Lab widmete sich dem Thema „Brauchen wir neue Standards für Schulbibliotheken? Über Sinn und Nutzen von Standards für die schulbibliothekarische Arbeit.“ Die AG Standards des Netzwerkes PRO Schulbibliotheken arbeitet derzeit an der Aktualisierung der bisherigen Standards und Richtlinien für Schulbibliotheken.
Ziel war es, die Meinung der Bibliothekscommunity einzuholen und dadurch neue Perspektiven und Argumente zu ermitteln, die in den weiteren Arbeitsprozess einfließen sollen.
An der Seite der Kommissionsmitglieder Marie Petersohn und Katrin Lück (Universitätsbibliothek Europa-Institut des Saarlands) diskutierten Kathrin Reckling-Freitag und Birthe Ruschmeyer (beide Bibliotheken SH) sowie Frank Raumel (Gast der Kommission) aus dem Netzwerk PRO Schulbibliotheken mit den Teilnehmenden folgende Themen der bisherigen und zukünftigen Standards für Schulbibliotheken:
- Frank Raumel: Bibliothekspädagogik
- Kathrin Reckling-Freitag: Kooperation und Zusammenarbeit
- Birthe Ruschmeyer: Bestand
- Katrin Lück: Raum und Einrichtung
- Marie Petersohn: Finanzen / Ressourcen
Folgende Fragen wurden an den Thementischen diskutiert:
1. Was heißt das für die Schulbibliotheken, wenn sie die hier vorgestellten Standards erfüllen sollen?
2. Gibt es Standards, die Sie hier vermissen oder die Sie für entbehrlich halten?
3. Wer benötigt Standards für welchen Zweck und wie müssen diese aufbereitet werden?
4. Was können wir alle tun, damit der Einfluss der Standards auf die zukünftige Planung von Schulbibliotheken größer wird?
5. Welche Relevanz haben diese Standards für Schulbibliotheken für Öffentliche Bibliotheken?
Die gewonnen Erkenntnisse werden in den nächsten Arbeitstreffen der AG entsprechend evaluiert und besprochen.
Zur öffentlichen Arbeitssitzung lud die Kommission am Donnerstag ein. Der Kommissionsvorsitzende Fabian Franke (UB Bamberg) moderierte die Diskussion über aktuelle Entwicklungen sowie Projekte zur Stärkung von Schulbibliotheken und bei der Zusammenarbeit von Schulen und Bibliotheken.
Ein Schwerpunkt lag auf dem internationalen Austausch zur Schulbibliotheksarbeit in Schweden. Malin Utter (Högskolan i Borås) konnte leider nicht direkt vor Ort sein, zeichnete jedoch ihre Präsentation auf, in der sie die ersten Erfahrungen mit dem vor knapp einem Jahr verabschiedeten schwedischen Schulbibliotheksgesetz teilte. Mit klaren Anforderungen an Personalausstattung, Zugänglichkeit und Qualität soll das Gesetz den pädagogischen Auftrag der Schulbibliotheken stärken: die Förderung des Lesens, der Informationskompetenz und der kritischen, kreativen Arbeit mit Texten und digitalen Medien. Anhand von Beispielen aus schwedischen Schulen wurde gezeigt, wie eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Bibliothekar*innen, Lehrer*innen und Schüler*innen motivierende Leseumgebungen schafft, die Fähigkeit zur Informationssuche und -bewertung verbessert und Lese- sowie Schreibkompetenzen fördert.
Einen nationalen, und passenderweise zum Tagungsort in Berlin, regionalen Aspekt brachte Diana Thiele (Stadtbibliothek Pankow) aus der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e. V. (AGSBB) ein. Sie stellte Tätigkeiten, Herausforderungen und Ziele der AG sowie die derzeitige Situation der Schulbibliotheken in Berlin vor.
Ein weiteres Thema war die Deutsche Bibliotheksstatistik für Schulbibliotheken. Frank Raumel konnte von den ersten Ergebnissen aus der DBS 2025 berichten. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, insbesondere selbstständige Schulbibliotheken zur Teilnahme an der Statistik zu motivieren. Daher wird die Kommission weiterhin für die DBS werben und appelliert an die Öffentlichen Bibliotheken, nach Möglichkeit Schulbibliotheken bei der Registrierung sowie beim Eintragen der Daten zu unterstützen.